AI-Lexikon

Autoimmunhämolytische Anämie

Eine Autoimmunhämolytische Anämie (abgekürzt AIHA) ist eine Anämie, die durch Autoantikörper, d. h. durch Antikörper des eigenen Immunsystems verursacht wird. Diese Antikörper heften sich an die Erythrozyten (roten Blutzellen) und können unter bestimmten Umständen zu deren Zerstörung („Hämolyse“) führen.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa (Cu, engl. ulcerative colitis) gehört zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Sie ist durch einen entzündlichen Befall des Mastdarms und Dickdarms gekennzeichnet. Anders als beim Morbus Crohn breitet sich die Entzündung kontinuierlich vom Mastdarm beginnend aus, also von anal nach oral, und ist auf die Darmschleimhaut (Mukosa und Submukosa) beschränkt.

Kollagenose

Bei Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen) handelt es sich um eine uneinheitliche Gruppe von bestimmten Autoimmunerkrankungen, die sich bei systemischem Befall vorwiegend an Bindegewebe und Blutgefäßen abspielen. Im Prinzip kann jedes Organ befallen werden. Eine Rolle bei der Diagnosefindung spielen organunspezifische Autoantikörper gegen Zellkernmaterial (antinukleäre Antikörper). Die Ursache der Kollagenosen ist noch ungeklärt. Bei vielen besteht ein Zusammenhang mit erblichen Faktoren, z. B. HLA-Antigenen, Hormonen, psychischem Stress, Viren und Sonnenbestrahlung. Es ist nicht geklärt, ob die antinukleären Antikörper Ursache, Folge oder Begleiterscheinung der Krankheit sind. Viele Kollagenosen haben ähnliche Symptome, weshalb sie häufig erst im weiteren Krankheitsverlauf diagnostiziert werden.

Megaösophagus

Der Megaösophagus (MÖ) beim Hund ist eine ernste und potentiell verhängnisvolle Missbildung der Speiseröhre ( Ösophagus – die Röhre, die das Maul mit dem Magen verbindet ). Die Speiseröhre kann gänzlich vergrößert sein, ausgebeult erscheinen oder vergrößerte Taschen aufweisen. Zu den Symptomen eines MÖ gehört der Rückfluss von Nahrung und/oder Wasser sofort nach der Aufnahme. Megaösophagus-Hunde können aber auch erst Stunden nach dem Fressen erbrechen. Die schwersten Folgen für einen betroffenen Hund sind Unterernährung und Aspirations-Pneumonien (Lungenentzündungen aufgrund von Futterpartikeln / Flüssigkeit … die durch Verschlucken in die Lunge gelangt sind). MÖ kann durch eine angeborene Missbildung oder durch primäre Erkrankungen wie (=Schilddrüsenunterfunktion) und verursacht werden.

( Anmerkung: Die bei Dermatomyositis auftretende Muskelproblematik kann ebenfalls zu einem Megaösophagus führen. )

Myasthenia gravis

Die Myasthenia gravis pseudoparalytica (von griech. mys „Muskel“, -asthenie „Schwäche“, lat. gravis „schwer“ pseudo „falsch“ und paralysis „Lähmung“; Kürzel: MG) ist eine seltene neurologische Erkrankung, mit den charakteristischen Kennzeichen:

• einer abnormen (im Sinne: ungewöhnlichen), belastungsabhängigen und schmerzlosen Muskelschwäche wechselnder Muskelgruppen und Muskeln

• einer Asymmetrie, d.h., dass sie meist nicht einseitig auf eine Körperhälfte begrenzt ist bzw. bleibt

• neben der örtlichen auch einer zeitlichen Wechselhaftigkeit (Fluktuation) im Verlauf von Stunden, Tagen und/oder Wochen

• einer Besserung nach Erholungs- bzw. Ruhephasen

• einem durch Infekte, Medikamente, hellem Licht und anderer Umwelteinflüsse wie intensive Düfte und Vibrationen sowie hormoneller Veränderungen als auch emotionalen Belastungen verschlechternd beeinflußbarem Krankheitsverlauf

Eine schnelle Ermüdbarkeit macht sich auch bei wiederholten Bewegungen bemerkbar.

Die kausale Basis der Erkrankung ist die gestörte (und im Verlauf zerstörte) Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung der motorischen Endplatte der quergestreiften Muskulatur. Polyklonale IgG-Antikörper blockieren am nikotinischen Acetylcholinrezeptor die Weiterleitung des Aktionspotenzials auf die Muskelzelle.

Myopathie

Muskelerkrankungen werden als Myopathien (gr. „Muskelleiden“) bezeichnet. In aller Regel ist dabei die quergestreifte Skelettmuskulatur gemeint. Leitsymptom aller Myopathien ist eine Schwäche der Muskulatur. Bei reinen Myopathien ist die Sensibilität nie betroffen. Abzugrenzen von den Myopathien sind andere Krankheitsbilder, die ebenso mit einer Schwäche der Muskulatur einhergehen. Hierzu zählen Erkrankungen des Motorneurons (wie beispielsweise die amyotrophe Lateralsklerose und die spinale Muskelatrophie) sowie Erkrankungen der motorischen Endplatte (wie beispielsweise die Myasthenie und das Lambert-Eaton-Syndrom).

Myositis

Als Myositis bezeichnet man eine entzündliche Erkrankung der Skelettmuskulatur. Myositiden können erblich, durch Infektionen (Viren, Bakterien, Parasiten), durch Störungen des Immunsystems (Allergie, Autoimmunkrankheit) und durch toxische Stoffe entstehen. Muskeln können über das Blutgefäßsystem oder durch Verletzung (Stichwunden, tiefe Fleischwunden) mit den auslösenden Faktoren konfrontiert werden.

Pemphigus foliaceus

Pemphigus foliaceus ist eine seltene Hautkrankheit aus der Gruppe der blasenbildenden Autoimmundermatosen. Im Gegensatz zum Pemphigus vulgaris zeichnet er sich durch Blasenbildung der oberen Schichten der Epidermis aus. Sie wird durch Autoantikörper gegen Desmoglein 1 (ein Cadherin) ausgelöst. Die Erkrankung kommt beim Menschen, aber auch Haushunden und Hauskatzen vor.

Pemphigus vulgaris

Der Pemphigus vulgaris, auch Blasensucht genannt, ist eine Hautkrankheit aus der Gruppe der blasenbildenden Autoimmundermatosen. Er zeichnet sich durch Blasenbildung aufgrund einer Akantholyse der unteren Schichten der Epidermis aus. Ursächlich sind IgG-Autoantikörper gegen Desmoglein 3 („Pemphigus-Antigen“; ein Proteinbestandteil des Desmosoms), welche in den Interzellularräumen der betroffenen Hautareale, sowie im Serum der Erkrankten nachgewiesen werden können. Damit unterscheidet er sich vom Pemphigus foliaceus, bei dem Desmoglein 1 und die oberen Epidermisschichten betroffen sind.

Rheumatoide Arthritis (Polyarthritis)

Die rheumatoide Arthritis (auch chronische Polyarthritis) ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Die Ursachen der Erkrankung sind bislang weitgehend ungeklärt. Es wird eine autoimmune Ursache angenommen, bei der körpereigene Substanzen, z. B. der Gelenkknorpel, von Zellen des Immunsystems angegriffen werden. Krankheitsauslösend können, so eine wissenschaftliche Hypothese, Viren und Bakterien sein, ähnlich wie es bei der Pathogenese des rheumatischen Fiebers bereits beschrieben wurde. Neuerdings wird auch der Zusammenhang zwischen einer Parodontitis-Erkrankung und dem Entstehen einer rheumatoiden Arthritis diskutiert.

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Der SLE, für dessen Bezeichnung es keine deutsche Übersetzung gibt, zählt zu den Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem des Betroffenen greift körpereigene Strukturen an und kann dabei großen Schaden anrichten. SLE wird in die Gruppe der Kollagenosen (wörtl. „Bindegewebserkrankungen“) eingereiht und zählt damit zu den rheumatischen Erkrankungen. Beinahe jedes Organ kann im Verlauf der Erkrankung betroffen sein, weshalb das klinische Bild sehr vielfältig und der Verlauf kaum vorhersehbar ist.

Die Erkrankung kann entweder akut oder schleichend einsetzen und entweder schubhaft oder kontinuierlich über viele Jahre verlaufen. Auch Fieber und Abgeschlagenheit gehören zu den Krankheitsanzeichen. Unter den vielfältigen Symptomen an der Haut sind bei den Kromfohrländern kahle Schwanzspitzen besonders charakteristisch, aber auch eine Brillenbildung um die Augen und verkrustete Ohrränder. Sehr häufig kommt es zu schmerzhaften Entzündungen der Gelenke (Arthritis) und der Muskeln (Myositis). Auch innere Organe können von der Erkrankung betroffen sein. Der SLE kann zu Entzündungen der Herzinnenschicht und des Herzbeutels (Endokarditis und Perikarditis) sowie des Rippen- und Lungenfells (Pleuritis) führen. Eine Beteiligung der Nieren (Glomerulonephritis) äußert sich in hohem Blutdruck und Ödemen. Die roten und weißen Blutzellen sowie die Blutplättchen können stark vermindert sein, was zu Infekten und Blutungsneigung führt. Auch das Nervensystem kann auf vielfältigste Weise betroffen sein.

Symmetrische lupoide Onychodystrophie (SLO):

SLO ist eine Autoimmunkrankheit bei Hunden, welche schwerwiegende Krallenprobleme bei ansonsten scheinbar gesunden Hunden zur Folge hat. Sie zeichnet sich durch den Ausfall der Krallentüten bzw. des Horns bei mehr als einer Pfote aus – letztendlich können alle Krallen betroffen sein. Die Krallen müssen eine bestimmte Länge wachsen bevor sie wieder ausfallen. Das stellt ein deutliches Muster dar: Die Krallen fallen aus, dann wachsen sie über Monate erneut bis sie lang genug sind, um wieder auszufallen und dies wiederholt sich immer und immer wieder. Das Alter der Hunde, in der sie diese Krankheit bekommen variiert zwischen 6 Monaten bis 8 Jahren.

Symptome:

Eingerissene Krallen, Entzündung des Krallenbetts, Ausfallen der Krallen, Vermehrtes Lecken der Krallen

Thrombozytopenie

Thrombozytopenie (kurz: Thrombopenie) bezeichnet einen Mangel an Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut. Der Mensch verfügt normalerweise über ca. 150 000 – 380 000 Thrombozyten pro µl Blut; wird dieser Wert unterschritten, spricht man von einer Thrombozytopenie.

Vaskulitis

Unter einer Vaskulitis versteht man Erkrankungen, bei denen es durch autoimmunologische Prozesse zu Entzündungen von Arterien, Arteriolen, Kapillaren, Venolen und Venen kommt, wodurch das versorgte Organ ebenfalls geschädigt wird. Am häufigsten ist eine Allergie vom Typ 3 für die Vaskulitis verantwortlich.

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